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Wichtige Ereignisse + deutsche Ergebnisse

Im nachfolgenden Abschnitt werden die wichtigsten Ereignisse des Biathlonsports und auch die wichtigsten Ereignisse und Ergebnisse auf deutscher Seite aufgezählt, welche im Rahmen der olympischen Spiele stattfanden. Hierzu zählen nur jene olympischen Spiele, bei welchen der Biathlonsport ein Teil des Hauptprogramms war.

  1. Winterspiele 1960 in Squaw Valley(USA)
  • 1960 fanden die ersten Olympischen Spiele statt, bei denen Biathlon ein Teil der Sportarten des „Hauptprogramms“ waren und nicht nur als Demonstrationswettbewerb wie 1924,1928 oder 1936 vorgeführt wurde. Hierfür wurde vom IOC eine einheitlich deutsche Mannschaft gestellt werden, weshalb Ausscheidungswettkämpfe stattfanden, wo die ostdeutschen Athleten aufgrund von technischen Problemen der Westdeutschen brillierten. Es gab nur ein Wettkampf, welcher über 20km als Einzellauf ausgetragen wurde. Es wurde insgesamt viermal geschossen und somit stand nach 20km, dass der Schwede Klas Lestander der erste Olympiasieger im Biathlon wurde.
  1. Olympische Winterspiele 1968 in Grenoble (FRA)
  • Bei den Olympischen Winterspielen in Grenoble beteiligten sich erstmalig die beiden von der Mauer getrennten deutschen Nationen und lieferten sich ein Duell in dem auch zum aller ersten Male ausgeübten Staffellauf, wo die Mannschaft der DDR mit einem beachtlichem 6. Platz nach Hause fuhr und die BRD (9. Platz) somit hinter sich platzieren konnte, was in Zeiten des Kalten Krieges für viele gegenseitige Hässlichkeiten sorgte. Beim Einzellauf hingegen konnte sich Horst Koschka (DDR) als bester deutscher Athlet nur auf Rang 10 platzieren. Olympiasieger wurde der Norweger Magnar Solberg.
  1. Olympischen Winterspiele 1972 in Sapporo (JAP)
  • 1972 war es dann soweit und die ersten deutschen Medaillen im Einzel und in der Staffel wurden von der DDR erringt. Die BRD-Mannschaft konnte in keinster Weise an die Leistungen des „sozialistischen Feindes“ anknüpfen und brachte als besten deutschen Läufer Josef Niedermeier hervor, welcher 46. wurde. Die Silbermedaille im Einzel über 20km holte Hans-Jörg Knauthe (DDR) hinter Magnar Solberg (NOR), welcher zum zweiten Mal Olympiasieger wurde. Im Staffellauf positionierte sich die DDR auf Rang drei hinter der UdSSR und Finnland.
  1. Olympischen Winterspiele 1980 in Lake Placid (USA)
  • 1980 war es dann soweit und die erste deutsche Goldmedaille wurde von dem DDR-Sportler Frank Ullrich im neu ausgeübten olympischen „Sprintwettkampf“ über 10km geholt. Dieser holte auch im 20km Einzellauf eine Medaille für seinen beachtlichen zweiten Platz hinter dem Russen Anatoli Aljabjew und vor seinem Landsmann Eberhard Rösch (DDR). Die BRD konnte in der Staffel auch endlich eine Medaille feiern. Sie holten Bronze hinter der UdSSR und der DDR.
  • (Quelle:http://img.welt.de/img/sport/crop100483329/6049592376-ci3x2l-w540-aoriginal-h360-l0/ullrich-aktiv-DW-Bayern-Lake-Placid.jpg)
  • Bildbeschreibung: Der DDR-Athlet Frank Ullrich bei den olympischen Spielen 1980 in Lake Placid.
  1. Olympischen Winterspiele 1984 in Sarajewo (JUG)
  • Bei diesen OlympischenWinterspielen viel einem merklich auf dass die BRD in Sachen Trainingsfortschritten und der Jugendarbeit im Biathlon stark zuglegt hatten, weshalb auch Peter Angerer (BRD) der überragende Athlet in den deutschen Reihen war. Er holte im Einzellauf über 10km Silber und im Einzellauf über 20km das erste Gold für die Bundesrepublik. Außerdem wurde er mit der Staffel dritter hinter der UdSSR und den Norwegern.

 XV. Olympische Winterspiele 1988 in Calgary (CAN)

  • Zum ersten Mal gelang es einem Athleten sowohl im 10km Einzel als auch im 20km Einzellauf die Goldmedaille zu holen. Dem DDR-Athlet Frank-Peter Roetsch gelang dieses Meisterwerk. In der Staffel wurde er allerdings mit seiner Mannschaft nur 5. Die BRD belegte den 2.Rang hinter der UdSSR.
  •  (Quelle: http://biathlon.xc-ski.de/xfiles_a6/1220443853_1.jpg)
  • Bildbeschreibung: Frank-Peter Roetsch bei den olympischen Spielen 1988 in Calgary
  1. Olympischen Winterspiele 1992 in Albertville (FRA)
  • Bei diesen Olympischen Winterspielen gab es zum ersten Mal die drei Wettkämpfe Einzel- ,Sprint- und Staffelllauf auch für die Damen, die allerdings nur 7,5km beim Sprint und 15km beim Einzellauf hinter sich bringen mussten. Die Staffel wurde von drei Starterinnen bestritten. Die erste deutsche Olympiasiegerin hieß Antje Misersky, welche die Goldmedaille im 15km Einzel und zusätzlich die Silbermedaille im Sprint hinter Anifissa Reztowa (EUN) gewann. Beim Debüt der Staffel erreichte das deutsche Damentrio den 2. Platz.
  1. Olympischen Winterspiele 2002 in Salt Lake City (USA)

Ein Vergleich

Im nachfolgenden Text möchte Ich gerne die olympischen Grundgedanken nennen, die Pierre De Coubertin anlässlich einer Vortragsreihe des Rundfunks veröffentlichte. Zu jedem genannten Punkt Coubertins möchte ich den Biathlonsport kritisch begutachten und Stellung beziehen, in welcher Art und Weise die Olympische Wintersportdisziplin Biathlon diesen Gedanken entspricht.

In seiner Vortragsreihe „Der Olympische Gedanke – Reden und Aufsätze“(1936) beschreibt Coubertin als erstes den olympischen Wettkampf als eine Art Religion. Er vergleicht die Sportler der Neuzeit mit den Sportlern des antiken Wettkampfes und meint, dass der Athlet heutzutage zwar nicht die Götter ehrt aber dennoch „(..)damit sein Vaterland, seine Rasse und seine Fahne [ehrt]“ (S.150, Z.22-23). Es unbestritten, dass es bei den olympischen Spielen in jeder Sportart der Fall ist. Wenn ein Biathlet durch Leibesübungen seinen Körper formt und an den Olympischen Spielen teilnehmen darf weil er zuvor gute Leistungen erbrachte und somit zur Auswahl gehört, dann ist das für ihn die höchste Ehre daran teilzunehmen und er wird alles versuchen, um sein Vaterland mit Stolz zu erfüllen. Diese Religion die Coubertin damit erzeugen wollte findet auch besonders bei solchen Ländern anklang, welche von Nationalstolz erfüllt sind. Wie man es auch 2014 beim Gastgeberland Russland beobachten konnte. Das auf diese Weise ein enormer Druck erzeugt wird, weshalb sich möglicherweise viele Athleten zu immer ausgefallenen Dopingmethoden hinreißen lassen, könnte eine Folge sein die Coubertin mit seiner künstlich kreierten Religion nicht erzeugen wollte.

Als zweites Merkmal nennt Coubertin den „Adel“ und die „Auslese“. In diesem Abschnitt beschreibt Coubertin, dass es völlig natürlich sei, dass sich für die einzelnen Sportarten Athleten hervorheben, die durch hartes und spezialisiertes Training für einen olympischen Wettkampf fit gemacht werden können, weil sie unter Anderem „körperliche Überlegenheit“(S.151;Z.8) vorweisen. Diese Auslese muss aber zusätzlich noch mit der Ritterlichkeit jedes einzelnen Athleten verbunden sein. Die Ritterlichkeit bezeichnet eine Art stärkere Kameradschaft, aus welcher dann der Wettkampf entsteht, durch die Freude daran sich miteinander messen zu wollen und so mit seine eigene Kraft entfaltet. Was hier nun verlangt wird kann meiner Meinung nach nur in einigen Fällen realisiert werden. Als erstes ist es ganz klar, dass eine Auslese statt findet, um die besten Biathleten zu den Spielen zu schicken. Die Anwesenheit der Ritterlichkeit beim Biathlonsport kann man nun ambivalent sehen. Es ist für Betreuer (für Manche) ganz klar, dass sie Athleten einen Stock geben, weil ihrer zu vor brach, auch wenn sie nicht von der eigenen Mannschaft sind. Wenn aber die Athleten im Wettkampf um eine enge Kurve fahren in einer Gruppe von 20 Leuten, ist es fast schon zwangsläufig so, dass Favoriten einen leichten Stoß bekommen damit sie die Kurve nicht gut erwischen und stürzen. Ist das noch ritterliches Verhalten? Es wird vielleicht ritterlich trainiert und man schätzt die anderen Athleten während des Training. Aber der Wettkampf wird nicht selten anders aussehen.

Als weiters führt Coubertin aus wie es um den Mannschafssport, welcher erst in der Neuzeit olympisch wurde. Er nennt „(…)Veranstaltungen, die sich außerhalb der Altis (…).“ (S.153; Z.14-15 abspielen. Die Altis bezeichnete bei den antiken Spielen, jenen Veranstaltungsort , wo die besten Einzelkämpfer ihre Wettkämpfe bestritten. Die Veranstaltungen, welche er nennt, waren eine Art Trainingseinheiten außerhalb des eigentlich Wettkampfes und sogar mehr noch: Es war das gesamte Gemeinschaftsleben. Diese Veranstaltungen setzt er nun mit den Mannschaftssportarten heutzutage gleich. Sie sind für ihn nur zweitrangig, da die wichtigen Ereignisse die Einzelkämpfe sind.

Es ist beim Biathlon nicht zwangsläufig der Fall. Eine Einzelgoldmedaille ist so viel Wert wie eine Mannschaftsgoldmedaille und trotzdem spricht man nur von Ole Einar Bjorndalen, wenn man von den Olympischen Spielen von 2002 in Salt Lake City spricht. Er gewann dort in allen Einzeldisziplinen Gold und auch in der Mannschaft. Seine Teamkamaeraden gerieten in Vergessenheit. Meiner Meinung nach ist Coubertins Ansicht für den Biathllonsport zutreffend, weil sich durch herrausragende Leistungen Siegertypen herausbilden, die dann zum Zugpferd einer Nation werden, wie eben dieser berüchtigte Norweger oder Magdalena Neuner für Deutschland.

Alles in Allem kann man sagen, dass der Biathlonsport ,auch wenn es eine zur damaligen Zeit noch nicht existente Olympiasportart war, einige Gemeinsamkeiten aufweist, die dieser Sportart eine Daseinsberechtigung erteilen.