Archiv der Kategorie: Die Olympische Idee im Bezug auf Biathlon

Ein Vergleich

Im nachfolgenden Text möchte Ich gerne die olympischen Grundgedanken nennen, die Pierre De Coubertin anlässlich einer Vortragsreihe des Rundfunks veröffentlichte. Zu jedem genannten Punkt Coubertins möchte ich den Biathlonsport kritisch begutachten und Stellung beziehen, in welcher Art und Weise die Olympische Wintersportdisziplin Biathlon diesen Gedanken entspricht.

In seiner Vortragsreihe „Der Olympische Gedanke – Reden und Aufsätze“(1936) beschreibt Coubertin als erstes den olympischen Wettkampf als eine Art Religion. Er vergleicht die Sportler der Neuzeit mit den Sportlern des antiken Wettkampfes und meint, dass der Athlet heutzutage zwar nicht die Götter ehrt aber dennoch „(..)damit sein Vaterland, seine Rasse und seine Fahne [ehrt]“ (S.150, Z.22-23). Es unbestritten, dass es bei den olympischen Spielen in jeder Sportart der Fall ist. Wenn ein Biathlet durch Leibesübungen seinen Körper formt und an den Olympischen Spielen teilnehmen darf weil er zuvor gute Leistungen erbrachte und somit zur Auswahl gehört, dann ist das für ihn die höchste Ehre daran teilzunehmen und er wird alles versuchen, um sein Vaterland mit Stolz zu erfüllen. Diese Religion die Coubertin damit erzeugen wollte findet auch besonders bei solchen Ländern anklang, welche von Nationalstolz erfüllt sind. Wie man es auch 2014 beim Gastgeberland Russland beobachten konnte. Das auf diese Weise ein enormer Druck erzeugt wird, weshalb sich möglicherweise viele Athleten zu immer ausgefallenen Dopingmethoden hinreißen lassen, könnte eine Folge sein die Coubertin mit seiner künstlich kreierten Religion nicht erzeugen wollte.

Als zweites Merkmal nennt Coubertin den „Adel“ und die „Auslese“. In diesem Abschnitt beschreibt Coubertin, dass es völlig natürlich sei, dass sich für die einzelnen Sportarten Athleten hervorheben, die durch hartes und spezialisiertes Training für einen olympischen Wettkampf fit gemacht werden können, weil sie unter Anderem „körperliche Überlegenheit“(S.151;Z.8) vorweisen. Diese Auslese muss aber zusätzlich noch mit der Ritterlichkeit jedes einzelnen Athleten verbunden sein. Die Ritterlichkeit bezeichnet eine Art stärkere Kameradschaft, aus welcher dann der Wettkampf entsteht, durch die Freude daran sich miteinander messen zu wollen und so mit seine eigene Kraft entfaltet. Was hier nun verlangt wird kann meiner Meinung nach nur in einigen Fällen realisiert werden. Als erstes ist es ganz klar, dass eine Auslese statt findet, um die besten Biathleten zu den Spielen zu schicken. Die Anwesenheit der Ritterlichkeit beim Biathlonsport kann man nun ambivalent sehen. Es ist für Betreuer (für Manche) ganz klar, dass sie Athleten einen Stock geben, weil ihrer zu vor brach, auch wenn sie nicht von der eigenen Mannschaft sind. Wenn aber die Athleten im Wettkampf um eine enge Kurve fahren in einer Gruppe von 20 Leuten, ist es fast schon zwangsläufig so, dass Favoriten einen leichten Stoß bekommen damit sie die Kurve nicht gut erwischen und stürzen. Ist das noch ritterliches Verhalten? Es wird vielleicht ritterlich trainiert und man schätzt die anderen Athleten während des Training. Aber der Wettkampf wird nicht selten anders aussehen.

Als weiters führt Coubertin aus wie es um den Mannschafssport, welcher erst in der Neuzeit olympisch wurde. Er nennt „(…)Veranstaltungen, die sich außerhalb der Altis (…).“ (S.153; Z.14-15 abspielen. Die Altis bezeichnete bei den antiken Spielen, jenen Veranstaltungsort , wo die besten Einzelkämpfer ihre Wettkämpfe bestritten. Die Veranstaltungen, welche er nennt, waren eine Art Trainingseinheiten außerhalb des eigentlich Wettkampfes und sogar mehr noch: Es war das gesamte Gemeinschaftsleben. Diese Veranstaltungen setzt er nun mit den Mannschaftssportarten heutzutage gleich. Sie sind für ihn nur zweitrangig, da die wichtigen Ereignisse die Einzelkämpfe sind.

Es ist beim Biathlon nicht zwangsläufig der Fall. Eine Einzelgoldmedaille ist so viel Wert wie eine Mannschaftsgoldmedaille und trotzdem spricht man nur von Ole Einar Bjorndalen, wenn man von den Olympischen Spielen von 2002 in Salt Lake City spricht. Er gewann dort in allen Einzeldisziplinen Gold und auch in der Mannschaft. Seine Teamkamaeraden gerieten in Vergessenheit. Meiner Meinung nach ist Coubertins Ansicht für den Biathllonsport zutreffend, weil sich durch herrausragende Leistungen Siegertypen herausbilden, die dann zum Zugpferd einer Nation werden, wie eben dieser berüchtigte Norweger oder Magdalena Neuner für Deutschland.

Alles in Allem kann man sagen, dass der Biathlonsport ,auch wenn es eine zur damaligen Zeit noch nicht existente Olympiasportart war, einige Gemeinsamkeiten aufweist, die dieser Sportart eine Daseinsberechtigung erteilen.