Archiv des Autors: fabianconradt

Rekordinhaber

  • Die ersten elf Gesamtweltcups bei den Männern gewannen ausnahmslos deutsche Sportler, darunter allein neun Mal Sportler aus der damaligen DDR. In drei Saisons (1977/78, 1979/80, 1985/86) belegten deutsche Sportler dabei sogar jeweils die ersten drei Plätze.

  • Bei den Männern hat der norwegische Ausnahmeathlet Ole Einar Bjørndalen mit bisher 6 die meisten Weltcupgesamtwertungen gewonnen und mit zusammen 19 auch die meisten Disziplin-Weltcupwertungen.

  • Den Punkterekord bei den Herren hält der Franzose Martin Fourcade mit 1248 Punkten aus der Saison 2012/13. Bei den Frauen hält den Punkterekord die Norwegerin Tora Berger mit 1234 Punkten (Saison 2012/13) vor Magdalena Neuner mit 1216 Punkten aus der Saison 2011/12.

  • Martin Fourcade, Tora Berger (beider Saisons 2012/13), Raphaël Poirée (2003/04) und Magdalena Forsberg sind die bisher einzigen Biathleten, denen es gelungen ist, alle Weltcupwertungen, inklusive Gesamtweltcup, in einer Saison zu gewinnen. Magdalena Forsberg schaffte dieses Kunststück gleich zweimal nacheinander (2000/01 und 2001/02).

  • Im Staffel-Weltcup der Frauen dominierten bislang zwei Mannschaften: Deutschland und Russland. Deutschland belegte in 15 der bisherigen 18 Weltcups einen der ersten beiden Plätze, Russland 10×!

  • Obwohl die deutschen Athletinnen ab Anfang der 90er Jahre sehr erfolgreich waren, dauerte es bis zur Saison 2002/03, ehe mit Martina Glagow (verh. Beck) die erste deutsche Biathletin den Gesamtweltcup gewinnen konnte.

  • Mit Michael Greis, Mark Kirchner und Sven Fischer, den Norwegern Halvard Hanevold, Ole Einar Bjørndalen und Emil Hegle Svendsen sowie dem Russen Nikolai Kruglow gelang es bislang sieben Biathleten, sowohl bei Weltmeisterschaften als auch bei Olympischen Spielen Einzel- und Staffelgold zu gewinnen. Von diesen waren Greis, Fischer und Bjørndalen auch Sieger des Gesamtweltcups. Die drei konnten somit bei allen drei Ereignissen des Biathlonsports gleichermaßen Erfolge feiern.

  • Kati Wilhelm und Andrea Henkel gewannen bisher als einzige Biathletinnen sowohl bei Weltmeisterschaften als auch bei Olympischen Spielen Einzel- und Staffelgold. Sie waren zudem je einmal Siegerinnen des Gesamtweltcups und damit bei allen drei Ereignissen des Biathlonsports gleichermaßen erfolgreich.

  • Andrea Henkel ist die bisher einzige Athletin, die es geschafft hat, in jeder Einzeldisziplin Weltmeisterin zu werden.

 

Quelle: http://www.rekorde-im-sport.de/Biathlon/biathlon_rekorde.html

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Biathlon von 1945 bis Heute

Biathlon nach dem zweiten Weltkrieg

Im folgenden Text werden wir uns die Entwicklungsphase des Biathlons nach dem zweiten Weltkrieg bis zur heutigen Zeit näher anschauen.
Nach dem zweiten Weltkrieg kam es bekanntlich zur Entmilitarisierung und so rückte auch der Biathlon Sport erstmal in den Hintergrund. Am 3. August 1948 wurde der Verband „Union Internationale de Pentathlon Moderne“ (UIPM) gegründet, der wesentlich dazu beitrug Biathlon als eigenständige Sportart zu etablieren. Bei den Winterspielen 1948 wurde der Winter-Pentathlon (Reiten, Fechten, Schießen, Skilanglauf und Abfahrt) als winterliche Entsprechung des Modernen Fünfkampfs als Demonstrationswettbewerb zugelassen und durchgeführt. Dem Verband UIPM gefiel besonders die Kombination aus Skilanglauf und dem Schießen und zeigten Interesse an der Aufnahme eines Wintersportwettbewerbs mit dieser Kombination. Auf Vorschlag des schwedische General Sven Thofelt, dem Vorsitzenden der UIPM, wurde dieser Sport „Biathlon“ genannt.
Sechs Jahre später, 1954, wurde Biathlon als eigenständige Sportart durch den IOC anerkannt. Ein erster großer Schritt für den Sport, doch es sollte weiterhin ein steiniger Weg sein. Zwei Jahre später am 17. November 1956 wurden in Australien die Wettkampfregeln genehmigt und die UIPM wurde offiziell zum Verband des Biathlons.
1958 kam es zur ersten Biathlon-WM im österreichischen Saalfeld. Es gingen nur 28 Sportler aus sechs Nationen an den Start, zum Vergleich gingen bei der WM 2013 im tschechischen Wintersportort Nové Město na Moravě 377 Sportler aus 43 Nationen an den Start. Bei der erste Biathlon WM musste die Teilnehmer vier Mal an den Schießstand und jeweils fünf Schüsse abgeben. Die Entfernung verringerte sich dabei von 250 auf 200, 150 und 100 Meter. Nur das letzte Schießen erfolgte stehend. Pro Fehlschuss wurden zwei Minuten auf die Laufzeit aufgerechnet.
1960 wurde erstmals bei den Olympischen Winterspielen in Squaw Valley, USA, ein Biathlon-Wettkampf ausgetragen. Der Schwede Klas Lestander war der erste Goldmedaillen Gewinner dieser Sportart.
Außerhalb der Olympiade lebte der Sport vorranging von Improvisation. Gute Trainingsbedingungen waren sehr oft nicht gegeben, die Athleten mussten meist ihre Loipen selbst spuren und hatten auch öfters mit Tiefschnee zu kämpfen. Den gravierendsten Unterschied zur heutigen Zeit findet man bei den Schießübungen. Als Ziele dienten Luftballons, die in quadratische Kartonagen gesteckt wurden und es wurde mit Großkalibergewehren ohne spezielle Zieloptik geschossen.
Diese änderten sich dann jedoch 1972 in Kleinkaliberwaffen und ein ungeahnter Aufschwung begann. Zum einen konnten die Zuschauer jetzt näher an den Schießplatz heran, zum anderen vergrößerte sich das Teilnehmerfeld, da nun die Leute eher die Möglichkeit hatten, sich die kostengünstigeren Kleinkaliberwaffen zu zulegen. So wurde auch die Deutsche Meisterschaft in Ruhpoldingen zu einem großen Erfolg und man konnte Biathlon nun als Breitensport ansehen.
Der Weltcup wurde 1979 durch kurt Hinze und Paul Zingerle eingeführt. Dadurch bildeten sich Sportförderkader in Deutschland und der Biathlon Sport wurde weiter gefördert.

Geschichte des Frauen-Biathlons

Bis dahin konnten und durften nur Männer den Biathlon Sport wettkampforientiert betreiben, dies änderte sich erst 1980. Auf einem Kongress in Sarajevo, wurden die Regeln für Frauenwettkämpfe verabschiedet. Ein Jahr später gab es erste internationale Frauenwettkämpfe und 1984 die erste Weltmeisterschaft in Chamonix, Frankreich. Bis 1988 waren diese von jenen der Männer getrennt. Seit 1989 aber finden die Weltmeisterschaften der Frauen gemeinsam mit denen der Männer statt.
1988 wurde dann auch der Frauen-Biathlon ins olympische Programm aufgenommen und 1992 erstmalig bei den Olympischen Winterspielen in Albertville, Frankreich durchgeführt.
Durch das WM Gold der deutschen Petra Schaaf 1988 wurde jedoch nicht nur ihr, sondern auch das Selbstbewusstsein aller Athletinnen gestärkt und der DSV sah sich nach Siegen von Uschi Disl und Antje Misersky veranlasst, den Frauenbiathlon genauso stark, wie den der Herren zu fördern.

Biathlon 1945 – Heute „der neue Dachverband“

Am 2. Juli 1993 wurde in Heathrow bei London die IBU gegründet, welcher bis heute der Dachverband alle nationalen Biathlonverbände ist. Neben dem klassischen Biathlon sind auch Biathlon ähnliche Sportarten, wie Rollski-Biathlon, Crosslauf-Biathlon und Mountainbike-Biathlon bei der IBU beheimatet.
Mit der Zeit wurde Biathlon in Deutschland im berühmter, natürlich auch ausgelöst durch Erfolge von vielen deutschen Athleten, wie z.B. Sven Fischer oder aber auch Magdalena Neuner. Seit der Jahrtausendwende gehört Biathlon zu den populärsten Wintersportarten. Sämtliche Weltcupläufe werden mittlerweile im Fernsehen übertragen und die Zuschauerzahlen vor Ort nehmen auch weiterhin zu. So mussten auch viele Stadien umgebaut werden um den Massen gerecht zu werden. Zum Beispiel wurde in Ruhpoldingen das Fassungsvermögen des Stadions von 10.000, auf 50.000 Zuschauer vergrößert. Außerdem wurde der Start- und Zielbereich ins Schießstadion verlegt, um die Wettkämpfe noch interessanter zu gestalten.

Disziplinen

Einzel Sprint Verfolgung Massenstart Staffel Mixed-Staffel
Distanz Männer 20 km 10 km 12,5 km 15 km 4 × 7,5 km 2 × 7,5 km +
2 × 6 km
Distanz Frauen 15 km 7,5 km 10 km 12,5 km 4 × 6 km
Distanz Junioren 15 km 10 km 12,5 km 12,5 km 4 × 7,5 km
Distanz Juniorinnen 12,5 km 7,5 km 10 km 10 km 3 × 6 km
Distanz Jugend männlich 12,5 km 7,5 km 10 km 10 km 3 × 7,5 km
Distanz Jugend weiblich 10 km 6 km 7,5 km 7,5 km 3 × 6 km
Startintervall Intervallstart alle 30 s Intervallstart alle 30 s Jagdstart1 Simultanstart Simultanstart Simultanstart
Schießabfolge liegend, stehend, liegend, stehend liegend, stehend liegend, liegend, stehend, stehend liegend, liegend, stehend, stehend pro Athlet liegend-stehend pro Athlet liegend-stehend
Strafe je Fehler Strafminute Strafrunde (150 m) Strafrunde (150 m) Strafrunde (150 m) Nachlader bzw. Strafrunde Nachlader bzw. Strafrunde
Weltcup-Premiere 1978/79 1978/79 1996/97 1998/99 1978/79 2004/05
Weltmeisterschafts-Premiere 1958 1974 1997 1999 1966 2005 bzw. 2007
Olympische Premiere 1960 1980 2002 2006 1968 2014

 

1 basierend auf dem Einzel- (halbierter zeitlicher Abstand) oder Sprintergebnis; möglich ist auch eine pauschale Startzeit für Läufer die nicht am qualifizierenden Rennen teilnahmen